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Department Wirbelsäule
Leiter Dr. Andreas Thiess

Leistungsspektrum Wirbelsäule

Konservative Therapie bei Wirbelsäulenerkrankungen

  • Physikalische Therapie, Manuelle Medizin (Osteopathie, Chirotherapie)
  • Wirbelsäulennahe Infiltrationstherapie
  • Minimalinvasive Thermokoagulation der Facettengelenke
  • Minimalinvasive Thermokoagulation der Iliosakralgelenke

Operative Therapie bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen

  • Mikrochirurgische Bandscheiben- und Spinalkanalstenosenoperationen
  • Minimalinvasiv dynamische, nicht versteifende Stabilisierung der Lendenwirbelsäule
  • Stabilisierungsoperationen bei Instabilitäten, Fehlstellungen (z.B. Wirbelgleiten, Skoliose) und Entzündungen der Wirbelsäule
  • Ersatz von erkrankten Bandscheiben durch Bandscheibenprothesen

Operative Therapie bei Wirbelkörperbrüchen

  • Kyphoplastie - Stabilisierung und Aufrichtung von Frakturen
  • Stabilisierungs- und Dekompressionsoperationen bei Verletzungen der Wirbelsäule wie Wirbelbrüche, Wirbelverrenkungen und Tumor- oder Rheumabefall
  • Wirbelkörper(teil)ersatz

Rückenleiden – Volkskrankheit Nr. 1
Rund 50% aller Berufstätigen in Deutschland leiden unter Rückenschmerzen, wovon sich 75% im Lendenbereich lokalisieren. Die Hauptursache für lange Arbeitsunfähigkeitszeiten sind mit 60 % Beschwerden aufgrund von Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule. Die Ursachen der Rückenschmerzen reichen von Muskelverspannungen, Wirbelblockaden über den klassischen Bandscheibenvorfall bis hin zu Verengungen des Wirbelsäulenkanals.

Diagnose und Therapie
Unsere Spezialisierung und ein medizinisches Wissen immer auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft ermöglichen uns umfassende Diagnostik und Therapie in allen Bereichen des Skelettsystems. Weiterhin haben wir die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Neurologen und Schmerztherapeuten an unserem Hause, um die Diagnostik und Therapie weiter zu optimieren.

Unsere Patienten vertrauen der Erfahrung unseres Teams. Die mit der Erfahrung erworbene Kompetenz setzen wir zum Wohl der Patienten ein. Dabei ist uns der Mensch genauso wichtig wie das jeweilige medizinische Problem. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, sind wir um kontinuierliche Weiterbildung bemüht. Wir beraten unsere Patienten respektvoll und sorgfältig und erläutern Befunde und die daraus resultierenden Maßnahmen bzw. Therapien eingehend und verständlich. Im Mittelpunkt steht für uns der Mensch. Unser Ziel ist die Beschwerdefreiheit unserer Patienten.

Legt die Diagnose eine Operation nahe, meist um akute oder chronische Schmerzen zu lindern, empfehlen wir das jeweils dafür angemessene und bewährte Operationsverfahren. Durch schonende Techniken und den Einsatz modernster Operationsmethoden erzielen wir ausgezeichnete Behandlungserfolge. Gemeinsam mit unserer Abteilung für physikalische Medizin und Schmerztherapie optimieren wir die Versorgung unserer Patienten.

Arbeiten mit dem Operationsmikroskop

Das Wirbelsäulendepartment nutzt das OP-Mikroskop für mikrochirurgische Operationen. Es vergrößert dem Operateur das gezielt klein gehaltene Operationsfeld in allen drei Dimensionen und leuchtet es dabei ideal aus. Dank dieses speziellen Mikroskops können die Knochen- und Nervenstrukturen präzise sichtbar gemacht und operiert werden. Ein Großteil unserer Wirbelsäuleneingriffe kann somit minimalinvasiv und zum Teil sogar unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Die erreichten operativen Ergebnisse übertreffen traditionelle Techniken und bedeuten eine weitaus kleinere Belastung für unsere Patienten. Außerdem verkürzen sich dadurch in der Regel sowohl der Krankenhausaufenthalt als auch die Rehabilitation, und die Reintegration in den Alltag geht schneller voran.

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Konservative Therapie bei Wirbelsäulenerkrankungen

Konservative Therapien bei Wirbelsäulenerkrankungen umfassen ein breites Spektrum. Als Behandlungsart sind sie sozusagen der Mittelweg zwischen der Gabe leichter Schmerzmittel und Wärmebehandlungen und einer Operation. Zur multimodalen Therapie gehören Maßnahmen wie:

  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Physikalische Therapie
  • Manuelle Therapie
  • Osteopathie
  • Wirbelsäulennahe Injektionen
  • Elektrotherapie
  • Elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Lagerungsmaßnahmen, Massagen und orthopädietechnische Hilfsmittel.

Ganz entscheidend sind auch krankengymnastische Übungen und gezieltes Training der Rückenstabilisierenden Muskulatur. Die angemessenen und weiterführenden diagnostischen Maßnahmen erarbeiten wir für jeden Patienten individuell.

Osteopathische Therapie / Manuelle Therapie
Osteopathie ist eine ganzheitliche Diagnose- und Therapiemethode, die eine wirksame Hilfe bei zahlreichen Störungen und Erkrankungen sein kann. Osteopathie wird mit den Händen ohne Zuhilfenahme technischer Gerätschaften durchgeführt und gehört damit definitionsgemäß zum Feld der Manuellen Medizin.

Wirbelsäulennahe Infiltrationstherapie
Durch gezielte Injektionen an die Stelle der Schmerzursache kann meist eine Schmerzreduktion erreicht werden, so dass eine Operation vorerst vermieden werden kann. Als Hauptschmerzursachen stehen vor allem Reizzustände der kleinen Wirbelgelenke und der Iliosakralgelenke sowie Engpässe um die Nerven und den Rückenmarksschlauch durch degenerative Veränderungen im Vordergrund.

Minimalinvasive Thermokoagulation der Facettengelenke
Eine Ursache für anhaltende Rückenschmerzen sind oft Verschleißerscheinungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke), genannt Facettensyndrom. Ein solches Facettensyndrom ist auch häufig der Grund für Schmerzen, die nach einer Bandscheibenoperation auftreten. Führen konservative Behandlungen nicht zum Erfolg, erwägen wir eine minimalinvasive Thermokoagulation, das bedeutet das gezielte Ausschalten der Schmerzübertragenden Nervenfasern der Facettengelenke.Dafür werden die Schmerzleitenden Nervenfasern in einem bestimmten Bereich erhitzt, was in der Regel zu einer lang anhaltenden Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit führt. Vielen Patienten ermöglichen wir durch diese minimalinvasiven Eingriffe ein effektives, stabilisierendes Aufbautraining der Rückenmuskulatur durchzuführen, was zuvor schmerzbedingt nicht möglich war.

Minimalinvasive Thermokoagulation der Iliosakralgelenke
Oft findet sich zusätzlich zu lumbalen Schmerzen eine Irritation der Iliosakralgelenke, die anatomisch eine Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken darstellen. Iliosakralgelenkschmerzen machen sich in Form von tief sitzenden Kreuzschmerzen bemerkbar. Ursache können Verschleißerscheinungen der kleinen Iliosakralgelenke, Blockierungen oder auch rheumatologische Erkrankungen sein. Führen konservative Behandlungen nicht zum Erfolg, erwägen wir eine minimalinvasive Thermokoagulation, das heißt das gezielte Ausschalten der Schmerzübertragenden Nervenfasern der Iliosakralgelenke.
Dafür werden auch hier wie beim Facettensyndrom die Schmerzleitenden Nervenfasern in einem bestimmten Bereich erhitzt, was in der Regel zu einer lang anhaltenden Schmerzlinderung oder gar Schmerzfreiheit führt. Vielen Patienten ermöglichen wir durch diese minimalinvasiven Eingriffe ein effektives, stabilisierendes Aufbautraining der Rückenmuskulatur durchzuführen, was zuvor schmerzbedingt nicht möglich war.

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Operative Therapie bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen

Mikrochirurgische Bandscheiben- und Spinalkanalstenosenoperationen
Mikrochirurgische Operationen erlauben dem Arzt zielgerichtetes Arbeiten auf kleinstem Raum. Der Hautschnitt ist nur einige Zentimeter lang. Die eigentliche Öffnung an der Wirbelsäule selbst beträgt sogar nur ca. 2 x 1,5 cm. Die Ausleuchtung des Arbeitskanals mit dem stereoskopischen Operationsmikroskop erlaubt eine räumliche Sichtweise - der Arzt kann auch kleinste Strukturen sicher erkennen. So lässt sich das betroffene Bandscheibenstück in der Regel rückstandslos freilegen und entfernen, ohne die angrenzenden Wirbelknochen zu beschädigen.

Dies gilt auch für die Operation der Spinalkanalstenose. Unbehandelt kann diese im schlimmsten Fall bis zur Querschnittslähmung führen. Die minimalinvasive Operation garantiert schnelle Schmerzlinderung, eine kurze Heilungsphase und einen kürzeren Klinikaufenthalt im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren.

a)
b)

Bandscheibenvorfall zwischen Lendenwirbel 4 und 5 aus der Seitenansicht a) und im Querschnitt b)

Minimalinvasiv dynamische, nicht versteifende Stabilisierung der Lendenwirbelsäule
Chronische Schmerzen haben häufig ihre Ursache in einer krankhaften, vermehrten Beweglichkeit eines oder mehrerer Wirbelkörper. Die minimalinvasiv dynamische Stabilisierung der Lendenwirbelsäule ist eine Operationstechnik, die Halt gibt ohne zu versteifen. Sie entlastet schmerzhafte Wirbelgelenke nachhaltig. Je nach Befund fixieren wir hierbei minimalinvasiv durch kleine Hautschnitte mit sogenannten Pedikel-Schrauben die Implantate von hinten an der Lendenwirbelsäule. Dies erfolgt mit einem kleinen Stab. Die schmerzfreie Beweglichkeit der Wirbelgelenke bleibt so bis zu einem gewissen Grad erhalten. Ziel ist, die anschließenden Segmente nicht so stark zu beanspruchen wie z.B. bei einer Versteifung der betroffenen Wirbel.

Stabilisierungsoperationen bei Instabilitäten, Fehlstellungen (z.B. Wirbelgleiten, Skoliose) und Entzündungen der Wirbelsäule
Eine operative Stabilisierung der Wirbelsäule kommt in Betracht, wenn trotz intensiver konservativer Therapie bzw. minimalinvasiver Behandlung ausgeprägte Schmerzen bestehen bleiben. Sie wird erforderlich bei hochgradigem Verschleiß der Bandscheiben, verletzungsbedingten Wirbelsäulenfehlstellungen wie etwa nach Wirbelbruch oder einer Skoliose, Instabilitäten bei z.B. Wirbelgleiten und/oder neurologischen Symptomen.

Die Operation besteht aus drei Elementen. Zunächst entlasten wir eingeklemmte Rückenmarksnerven und/oder säubern den Bandscheibenraum. Die Stabilisierung erfolgt dann mittels Implantaten und körpereigenen Knochenspänen, die zu einer festen knöchernen Verbindung der verschiedenen Wirbel führen. Das Gerüst bilden Titanschrauben und -stäbe, die die betroffenen Wirbelsäulensegmente verbinden. Diese stellen sicher, dass die Wirbelkörper im richtigen Abstand und in der richtigen Stellung miteinander verwachsen.

Ersatz von erkrankten Bandscheiben durch Bandscheibenprothesen
Ziel dieser Operationstechnik ist es, den bandscheibenbedingten Rückenschmerz zu beseitigen und gleichzeitig die natürliche Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten. Eine künstliche Bandscheibe wird für die verschlissene, natürliche Bandscheibe eingesetzt. Die Voraussetzung für diese Indikation ist, dass keine andersartigen, verschleißbedingten Wirbelsäulenveränderungen bestehen dürfen.
Bei der Operation entfernen wir die degenerierte Bandscheibe komplett und setzen stattdessen die Bandscheibenprothese zwischen die Wirbelkörper. Die Bandscheibenprothese wird an den angrenzenden Wirbelkörpern befestigt, um ein Einwachsen zu ermöglichen. Durch ihre Funktion gestattet die Bandscheibenprothese dann eine Beweglichkeit, die der Wirbelsäulenbeweglichkeit sehr nahe kommt.

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Operative Therapie bei Wirbelkörperbrüchen

Kyphoplastie - Stabilisierung und Aufrichtung von FrakturenDie Kyphoplastie ist ein Operationsverfahren, das ausgeführt wird, um minimalinvasiv kranke und eingebrochene Wirbelkörper mittels Knochenzement zu stabilisieren. Wir wenden dieses Verfahren bei Patienten mit stabilen Wirbelkörperfrakturen und Wirbelkörpereinbrüchen an. Diese Wirbelkörperbrüche treten unter anderem aufgrund von Osteoporose, Tumorerkrankung mit Metastasen sowie Unfallverletzungen auf. Die Operation führen wir erst durch, wenn eine konservative Behandlung nicht sinnvoll oder möglich ist.

Bei der Kyphoplastie richten wir die betroffenen Bereiche zunächst durch einen in den vorgeschädigten Wirbelkörper eingebrachten Ballon auf und füllen anschließend die entstandene Höhle mit Knochenzement aus. Pro Wirbelkörper werden bei diesem schonenden Verfahren nur ca. 20 Minuten Operationszeit benötigt. Schon kurze Zeit nach der Operation sind unsere Patienten meist wieder mobilisierbar. Die Kyphoplastie führt regelhaft zu einer erheblichen Schmerzreduktion und beugt einem weiteren Einbrechen der betroffenen Wirbelkörper vor.

Stabilisierungs- und Dekompressionsoperationen bei Verletzungen der Wirbelsäule wie Wirbelbrüche, Wirbelverrenkungen und Tumor- oder Rheumabefall
Bei Verletzungen der Wirbelsäule sind die Anforderungen an die Erstversorgung besonders hoch, um die Form und Funktion wie auch die Stabilität der Wirbelsäule wie vor der Verletzung wieder herzustellen. Insbesondere bei Auftreten von neurologischen Symptomen wie Lähmungserscheinungen ist eine schnelle operative Versorgung notwendig, um dauerhafte Einschränkungen möglichst zu vermeiden.

Hauptaufgabe der Stabilisierungs- und Dekompressionsoperationen ist es daher, das Rückenmark schnellstmöglich von Druckbelastungen zu befreien. Diese werden bei Verletzungen z.B. durch Knochenstücke und Einblutungen verursacht. Auch Entzündungen der Wirbelsäule, Rheumabefall und Tumore üben Druck auf das Rückenmark aus. Durch die Operation erreichen wir eine schnelle Mobilisierung und reduzieren zudem das Risiko von Komplikationen wie Thrombosen, Embolien und Lungenentzündungen. Abhängig von der Art der Verletzung stehen uns unterschiedliche operative Verfahren zur Verfügung. Unser Ziel ist eine stabile, belastbare Wirbelsäule.

a) vor der Operation
b) nach der Operation

a) inkomplette Berstungsfraktur des 12. Brustwirbels nach Leitersturz
b) postoperativ nach Versorgung mit einem minimalinvasiven perkutanten Schrauben-Stab-System

Wirbelkörperersatzoperationen
Bei besonders schwerwiegenden Wirbelbrüchen kann aufgrund der bestehenden Instabilität wie auch der verlorengegangenen Knochensubstanz die Stabilität nur wiederhergestellt werden, indem, abhängig vom Ausmaß des Defektes, ein künstlicher Wirbel oder Teilwirbel eingesetzt wird. Ziel ist es auch hierbei, die Form und Funktion der Wirbelsäule mit ihrer physiologischen Stabilität auch unter Belastung wiederherzustellen.

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