Sie sind hier: Orthopädie und Unfallchirurgie/Department Schulterorthopädie/

Department Schulterorthopädie
Leiter Dr. Felix Schneider

Leitungsspektrum Schulterorthopädie

Ein schmerzfrei bewegliches, belastbares Schultergelenk ist von entscheidender Bedeutung für einen unbeschwerten Alltag. Dieses Ziel haben wir bei jeder Erkrankung und der Abwägung aller konservativen und operativen Therapieoptionen im Blick. Unser Ziel ist die Wiederherstellung der größtmöglichen Funktion und Bewegungsfreiheit des Schultergelenkes, um Ihnen einen unbelasteten Alltag sowie gegebenenfalls sportliche Aktivitäten wieder zu ermöglichen.
Zur Vorstellung von Patienten mit Schulterverletzungen haben wir spezielle Sprechstunden eingerichtet, die von Departmentleiter Dr. Felix Schneider und seinem Stellvertreter Oberarzt Dr. Uwe Glatzmaier durchgeführt werden.


Dr. Felix Schneider


OA Dr. Uwe Glatzmaier

Durch ihr besonderes Konstruktionsprinzip gibt uns das Schultergelenk sehr viel Bewegungsfreiheit und der Hand die Orientierung im Raum. Ursächlich hierfür ist eine nur sehr limitierte, knöcherne Führung bei einem verhältnismäßig großen Oberarmkopf und kleiner Schulterpfanne sowie der Sicherung des Gelenkes durch den Kapselbandapparat und eine den Oberarmkopf zentrierende Muskulatur, die sogenannte Rotatorenmanschette. Der Nachteil dieser ausgefeilten Gelenkmechanik ist ihre Anfälligkeit für Verletzungen Überlastungsschäden.

In den letzten Jahren wurden entscheidende Fortschritte in der Diagnostik und Behandlung von Schulterbeschwerden gemacht. Behandlungsziel ist dabei, sowohl beim jungen als auch beim älteren Patienten, nicht nur eine schmerzfreie, sondern auch eine gut funktionierende Schulter.
Schulterbeschwerden lassen sich im Wesentlichen einteilen in

  • unfallbedingte Verletzungen und
  • abnützungsbedingte Erkrankungen.

Unfallbedingte Verletzungen betreffen dabei im Allgemeinen sportlich aktive Patienten, abnützungsbedingte Erscheinungen treten auf bei Überlastungen, wie z.B. häufiger Überkopfarbeit (Tätigkeit, bei der die Arme über Kopfhöhe angehoben werden müssen und in dieser Position mit einer oder beiden Händen Arbeiten verrichtet werden). Zunehmende Erkenntnisse über die Bedeutung der einzelnen anatomischen Strukturen, insbesondere bezüglich der biologischen Zusammenhänge bei den komplexen Bewegungsmustern der Schulter, führen auch zu einem besseren Verständnis der Therapie für beide Patientengruppen.

Verletzungen an der Schulter beim sportlich aktiven Patienten treten meist in Form einer Schulterluxation (Auskugeln des Gelenkes) auf. Hierbei kommt es immer zu Schäden am gelenksichernden Kapselbandapparat. Aufgrund des hohen Risikos erneuter Luxationen ist häufig eine operative Therapie mit Rekonstruktion des Kapselbandapparates erforderlich. Dies kann heutzutage oft mit arthroskopischen (Schlüssellochchirurgie) und minimalinvasiven operativen Verfahren erreicht werden.

Stürze mit Abstützreaktionen am ausgestreckten Arm führen ebenfalls zu Schäden im Schulterbereich, wobei hier die anatomischen Strukturen im Umfeld des Schulterhauptgelenkes betroffen sind. Zum Einen kann es dabei zu Sprengungen des Schultereckgelenkes kommen (gelenkige Verbindung zwischen Schlüsselbein und Schulterdach), zum Anderen auch zu Rissen der Rotatorenmanschette (muskuläre Sicherung des Schulterhauptgelenkes). Auch in diesen Fällen sind dann meistens operative Verfahren in minimalinvasiver Technik zur Rekonstruktion der Anatomie und Wiederherstellung der Funktion notwendig.

Schulterbeschwerden ohne Unfallereignis entstehen durch Abnutzungserscheinungen, dies vornehmlich im Bereich der Rotatorenmanschette. Häufige Arbeiten über Kopf führen oft durch ein sogenanntes Engpass-Syndrom unter dem Schulterdach zu einer zunehmenden Irritation und mechanischen Verschleißsituation der Sehnenplatte der Rotatorenmanschette sowie auch zu einer chronischen Entzündung des als Puffer wirkenden Schleimbeutels zwischen Sehnenplatte und Schulterdach.
Hochakute Schmerzen in diesem Bereich können ferner bei Kalkeinlagerungen im Bereich des Schleimbeutels eintreten – die sogenannte Tendinosis calcarea. Auch für dieses Schmerzbild gibt es, falls nötig, zwischenzeitlich gut wirksame operative Techniken, die ebenfalls normalerweise arthroskopisch bzw. minimalinvasiv durchgeführt werden können.

Insgesamt steht somit für die einzelnen Krankheitsbilder im Bereich der Schulter ein sehr differenziertes Behandlungsspektrum auf der Grundlage einer exakten Diagnosestellung zur Verfügung. Dadurch ist es häufig möglich, den Schmerz zu beseitigen, wie auch eine gute Wiederherstellung der Funktion zu erreichen. Neben den genannten operativen Maßnahmen sind ergänzende, individuell abgestimmte Rehabilitationsmaßnahmen erforderlich.

Der fortgeschrittene Schultergelenkverschleiß im Sinne einer Schultergelenksarthrose führt zu einer zunehmenden Funktionsstörung sowie zu einem deutlichen Funktionsverlust. In diesem Stadium sind dann minimalinvasive Techniken nicht mehr wirksam. Hier hat sich der künstliche Schultergelenksersatz als gut funktionierende und dauerhafte Behandlungsmaßnahme etabliert. Das Schultergelenk ist nach den Knie- und Hüftgelenken das am dritthäufigsten ersetzte Gelenk und dies mit nahezu ähnlich guten Resultaten wie in der Knie- und Hüftendoprothetik.